Schreiter-Fenster

Prof. Johannes Schreiter (geb. 1930 in Annaberg/Buchholz) hat seinen Fenstern im Dialog mit dem Raum ein Thema gegeben: „Die Säulen im Tempel meines Gottes“ (Offenbarung 3,12). Er nennt damit ein Thema aus der Johannesoffenbarung, das in Anklängen an das Raumkonzept des himmlischen Jerusalem ohnehin im Kirchenraum zu finden ist: der quadratische Zentralraum, die durch die Kreuzarm- und Chorfenster assoziierte 12-Zahl der Tore des himmlischen Jerusalem, die Radleuchter. Besonders wichtig für den Künstler und für sein Thema der Stelen ist der vertikale Zug des steinernen Stabwerkes, den die Fenstergestaltung unterstützt und bekräftigt. Säulen, so sagt er, sind Symbole für Standfestigkeit und Stehvermögen, die in unserem Leben, auch im öffentlichen, dringend gebraucht werden.

Die Farbgebung ist dominiert durch drei bis vier Blautöne, durch ein weißes Band, das die acht Fenster wie ein Gürtel umspannt, und durch einige rote Akzente, die da und dort in lebendiger Weise aufleuchten. Dazu kommen schwarze Linien, teils aus Blei, teils in und auf das Glas gemalt, die den Stelen und Säulen, den Farbflächen entgegenspielen und diese auf ihre Art beleben. Form und Spiel, Schönheit und Ruhe, Klarheit und Einfachheit, Stille und Sammlung, auch Ordnung, sind die Stichworte, die Schreiter seinen Fenstern mitgegeben hat. Die entstandenen Licht-Bilder sollen abschirmen gegen das Hektische, Laute, Aufdringliche und eine Atmosphäre schaffen, eine Farbluft, in der die Unrast der Menschen zum Stillstand kommen kann, in der das Evangelium erst gehört werden kann. Evangelisieren sollen sie nicht, trotz des biblischen Themas. „Diese zutiefst Not werdende Botschaft ist von uns allen weiterzusagen und nicht weiterzumalen.“ (Johannes Schreiter) Die einzelnen Formen, Zeichen und Chiffren, die in seinen Fenstern vorkommen, sind verschwiegen, verweigern sich dem schnellen Konsum und laden ein zum „Schatzgräber-Spiel“, zum geduldigen Fragen, Suchen, Entdecken und Finden. Passend zu den Fenstern gestaltete Schreiter die Paramente der Kirche in den liturgischen Farben.

Die Fenster

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